Donnerstag, 18. Oktober 2007

Politik in den Alpen, die Zweite!

Weiße Schafe kicken schwarze Schafe aus dem Land. Wenig originell und doch heiß diskutiert, denn so geht die Schweizer Volkspartei (SVP) auf Stimmenfang. In Plakaten und auch in einem Spiel auf der Homepage soll so symbolisiert werden, wie man "kriminellen Ausländern" verfahren will. (Entsprechendes Bildmaterial bitte der Spiegel-Online Fotostrecke entnehmen) Missverständlich oder mit Absicht so doppeldeutig? Das man dies auch als generell rassistische Kampagne betrachten kann, ist auch die UNO der Meinung, die die Einstellung forderte.

Doch für die Schweiz steht nicht nur der gute Ruf auf dem Spiel, sondern die gesamte politische Kultur. Man stelle sich einmal vor: Themenbezogene Wahlkämpfe, Personenwahlkämpfte gab es nur auf lokaler Ebene. Die Politiker auf der Bundesebene spielen nur eine untergeordnete Rolle, warum auch, denn in der Schweiz gilt die Formel der sehr großen Koalition. Das Kabinett wird immer aus allen Parteien nach festen Kriterien verteilt, die nur gelegentlich hinterfragt werden. Doch nun kommt der Justizminister Christoph Blocher mit seiner getreuen SVP daher und widersetzt sich diesem Stil. Die Partei wirbt mit platten Parolen und die Person Blocher wird zum Programm stilisiert.

Da die Partei bereits letzte Wahl auf diese Weise ordentlich punkten konnte bei den schweizer Wählern, scheint es nur noch eine Frage der Zeit, bis die anderen Parteien auf diesen neuen Politikkurs einlenken. Die Amerikanischen Partei haben es vor gemacht, mit Tony Blair und Gerhard Schröder wurden diese aus der Werbebranche abgeschauten Methoden in Europa hoffähig. Nun scheint es die Direkt-Demokratie in der Schweiz zu erwischen. Schöne neue Welt oder unausweichliches Übel?

Donnerstag, 11. Oktober 2007

He's back!

Es gab mal eine Zeit, da herrschte vom schönen München aus ein Medienkönig mit Namen Kirch, Leo über sein eigenes Imperium aus Medienbeteiligungen. Filmhandel, Rundfunk und Sportrechte waren die Spielwiesen, in denen er für Furore sorgte. Geflecht nannte man seinen Staatsaufbau, den niemand außer ihm hatte einen wirklichen Überblick, was ihm eigentlich genau gehörte. So wohl auch die Banken, die das Geld in Form von Krediten Schubkarrenweise, nein Lastschiffweise bei ihm ablieferten. Doch irgendwann war es wohl doch zu viel und ein gewisser Rolf-E. Breuer von der Deutschen Bank zweifelte öffentlich an seiner Kreditwürdigkeit.

Tja, lang ist sie her, die spektakuläre Insolvenz von Kirch-Media. Bis heute sind die Juristen der Insolvenzverwaltung damit beschäftigt den Gläubigern ihre sieben Milliarden Euro zurückzubringen. Die Privatperson Kirch selbst war nie insolvent, nur hatte niemand auch nur ansatzweise eine Ahnung, wieviel er unter seinem Kopfkissen hortet, geschweige denn wo sich diese Kopfkissen befinden. Die letzten Jahre war das einzige, was man von dem gefallen Medienmogul hörte, seine juristischen Auftritte als Don Quijote gegen die Windmühlen der deutschen Bank.

In den vergangenen Wochen deutete sich aber an, dass Kirch etwas im Schilde führt. Durch eine Tauschgeschäft verfügte die Firma Sirius, die rechtlich seiner Frau und seinem langjährigen Gefährten Dieter Hahn gehören, plötzlich über eine große Beteiligung an EM Sports. Diese Firma die aus EM-TV hervorgegangen ist hält Beteiligungen an dem DSF, dem Online-Portal Sport1 und der Produktionsfirma Plazamedia. Und dann geschah das, was niemand für möglich gehalten hätte: Die Deutsche Fussball Liga (DFL), der Betreiber der Profifussball-Ligen, beauftragen ausgerechnet Kirchs Sirius mit der Vermarktung der TV-Rechte.

Haben die denn nichts gelernt, war doch der Profifussball in arge Schwierigkeiten geraten, als mit Kirch-Media insolvent war? Kirch hatte über Jahre sich die TV-Rechte gesichert, zu überteuerten Konditionen. Deshalb war auch jetzt die Entscheidung nicht einfach, viele der 36 Bundesligavereine hatten Bedenken. Doch das Angebot von Sirius garantierte 500 Mill. Euro pro Saison, anstatt der bisherigen 420 Mill. Euro und das schlussendliche letzte Wort hat weiter die DFL.

Doch das Engagement zielt aber auf eine anderen Partner der DFL, nämlich Premiere. Schon lange sind die Monopolartigen Strukturen im Pay-TV den Vereinen ein Dorn im Auge. Zwar wurde das Diktat der Konditionen bei der letzten Vergabe durch das Engagement von Kabelnetzbetreibern unter dem Dach von Arena verhindert, doch ist nach deren Rückzug wieder alles wie zuvor. Der Plan Kirchs scheint nun wohl zu sein, die Produktion in die Hände von Plazamedia zu geben, denn bisher hatte Premiere das Livesignal aus den Stadien selbst produziert und an angeschlossene Vermarkter weiterverkauft, wie z.B. die Telekom für ihr Internet-TV. Wenn jetzt aber das Signal vorproduziert wird, kann man es viel einfacher an andere Kabelnetz- oder Satellitenbetreiber verkaufen, ohne das die eine eigene Sport-Redaktion brauchen. Das schafft Wettbewerb und für den derzeit aufziehenden Kampf um Kunden für das sogenannte Triple-Play (Fernsehen, Telefon und Internet von einem Anbieter) ist Sport als Lockmittel sehr gefragt.

Die Premiere-Aktionäre sahen dies auch so, worauf der Kurs aufgrund dieser Neuigkeit massiv einbrach. Ob das Engagement von Kirch den Bundesligavereinen den erhofften Wettbewerb und Geldsegen bringen wird, bleibt fraglich. Der letzte mal ging es mit Arena ja bekanntlich schief. Was bleibt ist das Erstaunen: Leo Kirch ist wieder da, mit seinen 81 Jahren will er es noch mal wissen. Doch während die einen staunen werden die zahlreichen Gläubiger Kirchs mit den Zähnen knirschen.

Montag, 8. Oktober 2007

Das schlechte Gewissen Österreichs

Wenn ein ganzes Land über ein Thema debattiert, ist es nicht ungewöhnlich, dass die Nachbarländer nicht wirklich was davon mitbekommen. Aktuell ist dies in Österreich der Fall. Der Fall der kosovarischen Familie Zagaj hat dort eine große Diskkussion zur Asylpolitik entfacht. Die Bürgerkriegsflüchtlinge hatten vergeblich alle juristischen Mittel herangezogen, konnten ihre Abschiebung aber nicht verhindern. Daraufhin ist die 15-jährige Tochter Arigona untergetaucht. Die vier Brüder und der Vater sind bereits in den Kosovo abgeschoben worden, die Mutter wurde Aufschub gewährleistet, um ihre Tochter zu suchen, derzeit sie liegt nach einem Nervenzusammenbruch im Krankenhaus.

Insofern eine tragische Geschichte. Aber Arigona scheint es faustdick hinter den Ohren zu haben, denn anstatt sich öffentlich kriminalisieren zu lassen, hat sie sich auf ein Fernduell mit dem österreichischen Innenminister Günther Platter eingelassen. Nach einem öffentlichen Brief griff sie auf das für gewöhnlich von Terroristen gebrauchte Mittel der Videobotschaft zurück. Diese spielte sie dem ORF zu. Hier begründet sie ihre Flucht: "Ich will einfach, dass ich hier bleiben kann, dass ich eine bessere Zukunft hab. Unten hab ich gar nichts. Meinen kleinen Geschwistern geht es unten auch sehr schlecht, wie ich gesagt hab, und ich würde auch zurückkommen aus meinem Versteck, wenn wenigstens meine kleinen Geschwister nach Österreich kommen. [...] Wenn ich jetzt wirklich zurück muss, dann bring ich mich lieber um, weil unten hab ich einfach keine Zukunft. Unten kann man gar nichts machen, da kann man keine Ausbildung machen und gar nichts." Zu Angeboten und Aufforderungen des Ministers entgegnet sie: "Ich habe gelesen, dass der Herr Platter in der Zeitung geschrieben hat, dass ich aus dem Versteck zurückkommen soll, aber ich vertraue dem Herrn Platter nicht."

Nun hat der Minister natürlich ein Problem, das idyllische Frankental, dem Heimatort der Familie, stellt sich hinter die Zagajs, aber auch in vielen anderen Orten Österreichs kam es zu Demostrationen gegen die Abschiebung. Die öffentliche Stimmung droht zu kippen, aber gleichzeitig kann er in seiner Wählerschaft der ÖVP mit seinem unnachgiebigen Kurs in der Asylpolitik punkten, den er seit Wochen umzusetzen versucht. Derzeit wiederholt er gebetsmühlenartig "nicht erpressbar" zu sein, er werde "nicht einknicken".

Der noch jungen Arigona ist es nicht nur gelungen die Thematik der Asyldebatte wieder aktuell zu machen, sondern hat ihr gleichzeitig ein Gesicht gegeben. Wenn man sie in ihrer Videobotschaft reden hört, merkt man ihr die Verzweiflung an und es ist nicht verwunderlich, das viele Österreicher daran zweifeln, ob es richtig ist so mit menschlichen Schicksalen zu wiederfahren. Dass die folgende Debatte nur in Österreich stattfindet ist sofern bedauernswert, da auch hier in Deutschland eine Wiederbelebung der Asyldebatte wirklich von Nöten ist.





gesamter Text der Videobotschaft

Donnerstag, 27. September 2007

Ein Wandernder zwischen den Genres

Die amerikanische Serie nähert sich mehr und mehr dem Kinofilm an. Ja, ja, nichts neues. Nicht erst seit Kiefer Sutherland in 24 brillierte oder Glenn Close in The Shield auftrat ist nicht mehr von der Hand zu weisen, das die Serie an Bedeutung gewonnen hat. Dabei wechseln die Akteure meist aber nur die Straßenseite oder gehen ein Halle auf dem Studiogelände weiter. Die Produktionsstudios bleiben die gleichen und gedreht wird auch in Hollywood, wobei die Kinofilme inzwischen eher in Kanada gedreht werden, der geringeren Steuern wegen.

Man mag natürlich jetzt entgegnen, dass alterne Hollywoodsternchen nun mal in das billigere Genre abwandern. Doch die modernen Serien verschlingen inzwischen ebenfalls ordentliche Budgets und dann gibt es noch den Fall Paul Haggis. Der Herr ist Drehbuchschreiber von Beruf und hat zwei Oscars für Crash erhalten, Bestes Original Drehbuch als auch Film des Jahres. Zudem ist er für das Script von Million Dollar Baby, Flags of our Fathers, Letters of Iwo Jima und Casino Royal verantwortlich. Er kommt eigentlich vom Serien schreiben und hat wohl eindeutig den Sprung in das Film-Business geschafft. Derzeit feiert nach und nach weltweit sein neuster Film In the valley of Elah Premiere, eine Post-Irak Drama mit Susan Surandon, Charlize Theron und Tommy Lee Jones. (Von einem deutschen Starttermin war leider nichts zu erfahren.)

Ganz dem Genre Serie abgeschworen hat der gute Herr wohl dann doch nicht. Auf dem amerikanischen Network NBC lief in diesem Frühjahr The Black Donnellys, eine Serie die Haggis zusammen mit Robert Moresco entworfen hatte. Der Pilot verspricht viel, es ist eindeutig zu merken, dass hier ein Drehbuch-Genie am Werke war. Die Erzählstruktur mit einem Off-Erzähler in einem Polizei-Verhör sehr lebendig, die Atmosphäre ist packend. Einzig und allein der massive Einsatz von Musik stört, er erinnert sehr an die übertriebene akustische Untermalung von Blockbustern.

Zur Story: Vier Brüder irischer Abstammung, aufgewachsen in Hells Kitchen, einem berühmtberüchtigten Stadteil in Manhattan, werden als Kleinkriminelle in die Machenschaften der Unterwelt hineingezogen. Der Kopf der Vier will eigentlich ein besseres Leben führen, doch als das Leben seiner Brüder in Gefahr gerät, tritt er an, um diese zu retten und nebenbei die Kontrolle über sein Viertel zu übernehmen. Es gibt eine Reihe böser Gegenspieler, einen guten Cop und eine alte Liebe, die aber leider schon verheiratet ist. Und natürlich gibt es alles was bei Iren nicht fehlen darf: Pubs, viel Alkohol, wüste Prügeleien und die allumsorgende Mutter.

Gute Gangster-Story und handfeste Kinomethoden, insofern hätte es ein Kandidat für die Lücke sein können, die The Sopranos hinterlassen haben. Hätte? Ja hätte, denn die Serie hat nie seine Erwartungen im Bezug auf die Quote erfüllen können. NBC hat sie noch nicht einmal bis zum Ende ausgestrahlt, sondern nach gerademal sechs Folgen ins Internet verbannt. Die erste Staffel, die auf DVD erhältlich ist, ist somit auch die Einzige. Man sieht, auch oder vielleicht erst recht in Amerika zählt die Quote doch sehr viel und der Status von Haggis hat wohl nicht viel geholfen. Schade, aber vielleicht beschränkt sich Paul Haggis nun doch nicht aufs Schreiben von neuen Bond-Teilen, sondern schiebt noch das ein oder andere Serienformat nach. Sein Talent ist auch in diesem Genre gut aufgehoben und so weit zu laufen hat er ja auch wieder nicht.


Nachtrag: Wie auf Serienjunkies zu lesen ist, hat Paul Haggis die Serie von bereits vor 10 Jahren geschrieben, sie wurde nur erst jetzt verwirklicht. War die Zeit damals nicht reif, haben die Sopranos den Weg für den verbrecher als Helden ebnen müssen?

Montag, 17. September 2007

Neue und alte Burgen

Hola! Long time no write. Ja ich war faul, hatte keine Zeit und sonstige Ausreden. Schade, dass ich es solange nichts getan habe, aber mir haben auch ein bischen die Ideen gefehlt. Die Qualität des Blogs hat meiner Meinung nach kontinuierlich abgenommen. Hoffe das ich jetzt mal wieder was hinkriege, mein Dank gilt dem Input von... genau Fm4! Und so widme ich mich auch mal dem Schlagwort "Input" und einer Homage an Fm4.


Heute abend lief auf dem österreichischen Sender ein Interview mit einem der Köpfe hinter Last.FM, Martin Stiksel. Man höre und staune, diese Welt-Innovation kommt aus der Alpenrepublik, Martin Stiksel ist sogar ehemaliger FM4-Redakteur. Von da aus hat er sich auf den Weg gemacht, um die Burgmauern der klassischen Broadcaster dieser Welt einzureißen.

Last.Fm ist ein intelligentes Radio, ein Internet-Stream des Web-2.0. Dieses Angebot merkt sich was seine Nutzer hören und gleicht es mit anderen Nutzern ab. Damit wird dann wiederum ein für jeden individuelles Radioprogramm erstellt. Gibt man also Nirvana ein, stellt es eine Auswahl rund um Grunge zusammen oder schlägt weitere Schlagworte vor. Desto genauer man seinen Geschmack definiert, desto treffneder wird die Auswahl. Nachteil ist, dass nichts individuell steuerbar ist, nicht mal vor- und zurückspulen ist möglich. Der große Vorteil des Radiohörens bleibt aber erhalten, der Input.

Wer kennt das nicht, die heimische Musiksammlung satt zu haben. Es bleibt einem nichts anderes übrig , als auf die Suche nach Neuem zu gehen und landet dann doch wieder bei den Namen, die man bereits kennt. Für etwas wirkliche Neue braucht es Vorschläge von anderer Seite, also Input. Klassich ist es das soziale Umfeld oder das Stöbern im Laden. An den Geheimtip des besten Freundes oder die Rarität ind er verstauben Plattenkiste kommt auch bis heute wenig ran. Etwas moderner kam da schon der Rundfunk daher, hier hörte man neues oder altes Unbekanntes, ausgewählt von Redakteuren, die wiederum etwas davon verstanden.
So wurde das Wissen der Freunde und des lokalen Händlers ersetzt.

Die letzten paar Generationen haben sich auf diese Weise mit musikalischen Inspirationen versorgt, das Prinzip ist aber auch bei anderen Medien wie Filme oder Bücher das gleiche. Nun kam kam aber das Internet. Dazu muss man natürlich angemerkt werden, dass wir nicht aus reiner Technik-Manie zum PC abgewandert sind, wir werden regelrecht dazu getrieben.

Hörfunk und Fernsehen versinkt zusehenst in den stinklangweiligen Einheitsbrei. Auf allen Frequenzen dudeln die Charts rauf und runter, der Spartensender hat sich nicht wirklich durchsetzen können. Und im Fernsehen herrscht das Diktat der Quote, die Folgen sind bekannt.
Nun gibt es also im Netz die Vielzahl an Nischen und mit Angeboten wie Last.FM oder Pandora Dienste, die diese Nischen bündeln. All dies bring uns die halb erstickte Variation wieder. Mal dies, mal das, ach das ist ja auch ganz nett und der Track war so richtig fett.

Du gutes altes Radio, wo bist du nur gewesen? Im Alpenland will man schreien, aber da gibt es wirklich eine letzte Bastion. Der ORF füllt seine vierte Frequenz mit einem Angebot FM4, das Vielfalt bietet, ohne dem in Verkaufszahlen ausgedrückten Massengeschmack zu folgen. Einen Pool gibt es auch hier, das heißt eine bestimmte Grundmenge an Musikstücken, die immer wieder gespielt werden. Angereichert wird dieser mit allerlei Innovativem aus der Welt der Musik. Deshalb schließt das Interview mit dem Ritter Stiksel von Last.FM auch mit seinem Statement, dass der "in Europa einmaliger" Sender gerade deshalb nicht in Gefahr ist. "Nur weiter so!"

http://www.last.fm
http://www.pandora.com/
http://fm4.orf.at

Freitag, 20. Juli 2007

Was für Spots sind in Europa umstritten?

Natürlich gibt es auch hier in Europa hitzige Köpfe, die sich mit anstößiger Werbung beschäftigen. Es gibt ja keine einfachere Art ein bißchen Aufmerksamkeit in das Hinterbänklerleben eines Politikers zu bringen, als die Fahne der Empörung rauszuhalten. Die auf der niemals endenden Suche nach dem nächsten Skandal befindlichen Medien nehmen ja auch nahezu alles auf. Schuld sind aber leider auch wir, denn auf diese Weise ist sind Auflage, Quote oder Klicks garantiert.

Das hier aber über definitiv heißere Eisen geredet wird zeigt folgendes Beispiel:


Ja, dass ist eine ganze Ecke anstößiger als die Trojan-Werbung, aber der Hauptgrund der Aufregung ist natürlich, dass es sich hier um ein Spot der europäischen Filmförderung handelt. Da die nun mal von einem gewissen Staatenbund finanziert wird, ist der Vorwurf natürlich: Wir drücken brav unsere Steuern an die ab und die machen damit was? Werbung für Pornografie! Aus welcher Ecke der Protest ist auch nicht schwer zu erraten, zum einenmit den Briten die EU-Skeptikern vom Dienst und zum anderen natürlich die größten Katholiken weit und breit, die Polen.

Dabei hatte sich doch die EU so was tolles einfallen lassen und sich einen eigenen Kanal auf YouTube geschaffen, um die bislang unerreichten noch nicht ausreichend europäisierten Jugend zu erreichen, die ja bekanntlich immer mehr die traditionellen Medien den Rücken kehren. Wie auch an anderer Stelle zu sehen, betreibt die EU massiv PR, um die europäische Idee in den Köpfen der Bürger zu verankern. Das Werbevideo für das europäische Kino stellt aber einen Ausreißer da, für gewöhnlich lassen sich nicht über 3 Millionen Nutzer gewinnen, sich über Vorzüge der Europäischen Einigung aufklären zu lassen. Vielleicht sollten sie es ruhig weiter mit einer Brise Humor versuchen, auch wenn sie damit nicht bei allen ankommen.

Mittwoch, 18. Juli 2007

Nicht alle Networks zeigen Schweine

Entweder eine sehr gelungene PR-Kampagne oder der Einfluss der Kirchen auf das US-Fernsehen ist größer als man meinen mag. Jedenfalls haben die Sender FOX und CBS die Ausstrahlung eines Kondom-Werbespots des Herstellers Trojan verweigert. FOX begründete dies dadurch, dass der Spot die Botschaft verbreite, Kondome würden Schwangerschaften verhindern, während CBS ihn schlicht für unangebracht hielt. Die Sender ABC und NBC hatten aber keine Hemmung, sondern zeigten die Werbung.
Dem Hersteller Trojan hat diese Posse jedenfalls mehr Aufmerksamkeit eingebracht, als sie bei einer einfachen Ausstrahlung je erhalten hätten. Die Zugriffszahlen auf den Spot über die üblichen Internet-Plattformen und auf die Homepage des Herstellers schossen in die Höhe. Skandalös muss der sein, wird man nun wohl denken, aber wenn man sich auf YouTube das Werk betrachtet, weiß man wirklich nicht was die geritten hat. Mal davon abgesehen, dass die Werbung für Kondome unbedenklich bzw. sogar äußerst wünschenswert ist (auch wenn oder eben gerade da sie Schwangerschaften verhindern), dieser Spot ist einfach nur harmlos. Eine Bar voller Schweinen, die erst nach dem Gang zum Automaten zu Männern werden? Also bitte!



Quelle: Serienjunkies